Bozen: Villa Gasteiger wird unter Denkmalschutz gestellt
Die Villa Gasteiger, der ehemalige ENEL-Sitz in der Bozner Dantestraße, wird unter Denkmalschutz gestellt. Darauf hat sich die Landesregierung heute verständigt.
Die Landesregierung hat heute (30. August) auf Antrag der für Denkmalschutz zuständigen Landesrätin die direkte Denkmalschutzbindung der Villa Gasteiger in Bozen beschlossen.
Im Vorfeld hatte Landeskonservatorin Karin Dalla Torre das kulturelle Interesse für das Gebäude in der Gemeinde Bozen festgestellt und das Unterschutzstellungsverfahren eröffnet. Von der Eigentümerin des Gebäudes, der Firma Generalbau AG mit Sitz in Bozen, wurde kein Einwand gegen die direkte Denkmalschutzbindung eingelegt. Die Zustimmung der Landesregierung ist der letzte Teil des Unterschutzstellungsverfahrens, das mit der Eintragung der Denkmalschutzbindung in das Grundbuchsamt von Bozen abgeschlossen wird.
Wie die Landesrätin für Denkmalpflege betont, sei der direkte Denkmalschutz für dieses Bürgerhaus in Bozen, das 1902 errichtet wurde, "Teil der Unterschutzstellungsstrategie des Landesdenkmalamtes. Die Strategie konzentriert sich jetzt vor allem auf das 20. Jahrhundert. Alle Zeitepochen sollen mit prägnanten Beispielen in der Denkmalpflege repräsentiert sein."
Wie Landeskonservatorin Karin Dalla Torre betont, "sind die historischen Gebäude in der Bozner Dantestraße sind Teil der Stadterweiterung des Architekten Sebastian Altmann. Sie verdienen mehr Beachtung." Die Villa Gasteiger sei eines der wenigen Häuser in Bozen, dessen Architektur und Fassadenschmuck sich am Jugendstil orientiert.
Villa Gasteiger in Bozen
Bei der Villa Gasteiger in Bozen handelt es sich um ein dreigeschossiges Wohnhaus mit Parkanlage für den Bozner Cafetier Oswald Gasteiger: Eine symmetrische Anlage mit einem zentralen Treppenhaus, zwei großzügig bemessenen Wohneinheiten pro Geschoss und einem bewohnbaren Dachgeschoss mit später eingebauten, durchgehenden Schleppgauben.
Wie es in der denkmalpflegerischen Begründung der Unterschutzstellung heißt, lässt die nach Osten gerichtete Hauptfassade mit den beiden (ursprünglich geschwungenen) Zwerchgiebeln trotz der tiefgreifenden Änderungen infolge der Umwidmung zum Bürogebäude immer noch die Züge des einst stattlichen Bürgerhauses erkennen, insbesondere im Eingangsbereich mit dem verzierten Dreieckgiebel und am weitgehend intakt erhaltenen floralen Dekor im Flachrelief. Im Inneren sind das Treppenhaus mit den schmiedeeisernen Geländern, den Kunststeinstufen und Terrazzoböden sowie die Rahmenfüllungstüren mit Türgewänden und die teilweise gewölbten Decken mit den bauzeitlichen Stuckaturen besonders bemerkenswert.
Nach dem Erwerb durch die Società Elettrica Trentina in den 1920er Jahren wurde die Villa Gasteiger in der Nachkriegszeit zum Sitz der staatlichen Elektrizitätsgesellschaft ENEL.
mpi
Bildergalerie
Dokumente zum Herunterladen
- Die Landesregierung hat die Villa Gasteiger in Bozen unter Denkmalschutz gestellt: Es ist eines der wenigen Häuser in Bozen, dessen Architektur und Fassadenschmuck sich am Jugendstil orientieren. (Foto: PA/Landesdenkmalpflege) » [IMG 3 MB]
- Florales Dekor im Flachrelief: Die nach Osten gerichtete Hauptfassade lässt immer noch die Züge des einst stattlichen Bozner Bürgerhauses erkennen. (Foto: LPA/Landesdenkmalamt) » [IMG 3 MB]
- Die Villa Gasteiger wurde 1902 als dreigeschossiges Wohnhaus für den Bozner Oswald Gasteiger errichtet: Um das zentrale Treppenhaus gruppieren sich zweigroßzügig bemessene Wohneinheiten pro Geschoss (Foto: LPA/Landesdenkmalamt) » [IMG 3 MB]
- Detail der schmiedeeisernen Geländer im Treppenhaus der Villa Gasteiger (Foto: LPA/Landesdenkmalamt) » [IMG 2 MB]
- Im Inneren der Villa Gasteiger sind das Treppenhaus mit den schmiedeeisernen Geländern, Terrazzoböden und Stuckaturen besonders bemerkenswert. (Foto: LPA/Landesdenkmalamt) » [IMG 2 MB]
